Freitag, 19. März 2010
Und dann bist du jemand Anderes.
Die Zeit vergeht und das Leben schreitet voran. Es entstehen Falten, wo früher keine waren und nachdem man einst schnell gelernt hat, vergisst man nun schnell. Am Anfang stehen uns fast alle Möglichkeiten offen, um unser Leben so zu gestalten, wie wir es möchten. Nach einigen Schritten auf dem Weg des Lebens fassen wir uns Ziele ins Auge und setzen alles daran, diese zu erreichen - wirklich alles?! Der Weg, welcher viele Entscheidungen für uns bereit hält, formt uns danach, wie wir uns letztlich entschieden haben.

Manchmal passiert es, dass man auf dem Weg ein Stück seines Selbst liegen lässt. Zunächst ist man sich der Sache nicht bewusst und meint die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber ist das wirklich so oder machen wir uns selbst nur etwas vor, lügen uns an, damit wir darüber hinweg sehen können? Ist das Ziel wichtiger geworden als das Leben selbst? Lebe ich, um zu arbeiten oder arbeite ich, um zu leben?

Die Grenzen verschwimmen und ich habe zunehmend das Gefühl, dass nur noch eines wichtig ist - Geld. Gedanken schließen die Tür auf, setzen einen Schritt ins frühlingswarme Draußen. Sind flexibler als ich, weswegen ich sie auf Reisen schicke. Getragen vom frischen, warmen Wind durchqueren sie die Lande und schauen uns an. Blicken zurück und nach vorn, berichten mir schließlich, was sie gesehen haben.

Sie sagen mir, dass manche vom Kurs abgekommen seien und den Weg zurück nicht mehr finden, weil sie die letzte Gabelung bereits verpasst haben. Das letzte Stück Ich zurückgelassen haben. Die Gedanken sagen auch, dass sich jene entfremdet haben und nicht mehr die sind, die sie einst waren.
Es gibt aber auch viele andere, die ihr Ziel erreicht haben, gleichwohl es oft holperig war und sie immer noch der gleiche Mensch sind.


Hefte mich an die Versen letzterer, denn ich liebe die Fasetten des Lebens und die Fasetten meiner Selbst. Ich hoffe, dass ich eines Tages zurückblicken kann auf meinen Weg, der nicht immer asphaltiert gewesen sein wird, der Schlaglöcher hatte und mich dennoch ans Ziel brachte, ohne dass ich Stücke meiner Selbst an den Wegesrand legen musste.

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