Montag, 1. März 2010
Noch einmal die grün-weiße Sonnenbrille
Zurück in den eigenen vier Wänden, versuchen wir wieder den Weg in den Alltag zu finden. Sie hatten uns mit kühler Hand, dem Verdursten nahen Pflanzen, einer schier wahnsinnig hungrigen Waschmaschine und einem sehr spärlich gefüllten Kühlschrank willkommen geheißen. Nun, ein paar Stunden später flüstern die Pflanzen, da sie nicht aufdringlich erscheinen wollen, dass sie gerne etwas Wasser trinken würden oder in einen stillen Protest übergehen würden. Ich schaue mich um, entdecke die an der üblichen Position stehende, kleine und klitzekleine Gießkanne, nehme sie auf und gehe eine Runde Wasser spenden.

Die Waschmaschine hatte bereits ein reichliches Mahl - Hosen, Pullover, T-shirts, Unterwäsche - genossen und ist einstweilen nicht mehr quengelich. Die kühle Hand wurde in unsere Hände gelegt und gewärmt, geliebt, dass sie bereits wenig später, erst vereinzelt in kleinen Äderchen, dann flächig in der ganzen Hand, warm und kuschelig wurde. Der Kühlschrank würde gerne mehr Lebensmittel in sich beherbergen und so kleben wir ihm den Einkaufzettel an die Stirn, auf dass er sich versichern kann, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es der Fall ist.


Ich setzte noch einmal die grün-weiße Sonnenbrille auf, die in der letzen Woche einen erwartungsgemäß guten Job gemacht hat. Will mich noch mal an alle Einzelheiten der vergangenen Tage erinnern, kann aber nicht mehr alles durch die Sonnenbrille sehen. Ich ziehe die vielen, wundervollen Bilder zur Beihilfe hinzu und es gelingt mir, schließlich doch einen Blick zurück zu werfen.
Unfassbar, traumhaft und unreal erscheinen sie mir.
Schweren Herzens lege ich langsam alles bei Seite, will den Blick nach vorne richten, auf die neuen Dinge die wieder kommen werden. Doch es fällt mir alles andere als leicht - in keiner Weise. Verliere mich im Blick nach vorn oder ist es doch der Blick zurück? Ich hänge irgendwo im Nirgendwo, komme nicht raus - vielleicht will ich es auch nicht.

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