Samstag, 3. April 2010
Einkaufsfläche, gebt uns mehr Einkaufsfläche!
Ich bin vor einigen Jahren nach Dresden gezogen, um hier studieren zu können. Die Stadt selbst lernte ich schnell schätzen. Ein wunderschöner Altstadtteil und auf der anderen Elbseite die multikulturelle Neustadt - einfach herrlich. Eine breite Vielfalt an Architektur und Freiräumen zeichnet diese Stadt aus und macht sie dadurch so interessant. Noch immer werden Lücken in der Bebauung geschlossen, die während und nach dem 2ten Weltkrieg entstanden sind. Der Kern der Stadt - welcher als 26er Ring bezeichnet wird - bekommt die meiste Aufmerksamkeit zugesprochen. Er repräsentiert im Groben die Umrisse der "ursprünglichen" Stadt mit ihren ehemaligen Wallanlagen. Da man solche Verteidigungsanlagen heute nicht mehr benötigt, zeichnet man sie mit stadtgestalterischen Mitteln nach. Im Falle Dresdens ist es eine 2 linige Baumreihe, die sich von der St. Petersburgerstraße über den Doktor-Külz-Ring hin zur Marienstraße ersteckt - zumindest teilweise.

Aber die Zukunft kennt kein Halten, denn der nächste Schritt ist bereits seit Langem geplant. In der Marienstraße soll der noch bestehende Parkplatz bald Geschichte werden und durch eine Blockstruktur ersetzt werden. Und HURAA!!! natürlich mit ganz, ganz vielen neuen Geschäften und ein wenig Wohnen obendrüber.
Neben der neu errichteten Centrums-Galerie auf der Prager Straße, der Erweiterung der Altmarkt-Galerie an der Willsdruffer Straße, sowie der bereits bestehenden Altmarkt-Galerie, der Prager Straße shopping-mile und dem neu entstandenen Neumarkt-Viertel ist das sicherlich eine gute Entscheidung der Stadt Dresden.

Interressant bei der bereits bestehenden Planung seitens der Stadt, ist die Frage der Erschließung. Zukünftig soll man nur noch vom Doktor-Külz-Ring her an die Tiefgarage der Altmarkt-Galerie kommen. Wenn man dann weiß, wie dieser zu Stoßzeiten bereits überläuft, sind Argumentationen wie:
"Der Verkehr sucht sich schon seinen Weg."
"Die Autofahrer werden damit schnell klar kommen."
eigentlich untragbar.
Verscheucht man mit solchen Planungen nicht Touris, die "einfach mal so" in die Stadt kommen wollen?

Und nachdem wir dann die schöne barocke Stadt mit mannighaften Einkaufsmöglichkeiten und zugestopften Straßen überschüttet haben, können die Besucher demnächst nach eben dieser wühlen. Vielleicht finden sie auch ein paar sehenswerte Gebäude, ich drücke ihnen jedenfalls die Daumen.


.... vielleicht kommt aber auch Alles ganz anders. Studenten der HTW-Dresden erarbeiten derzeit eine mögliche B-Variante mit einer Stadthaus-Bebauung (neudeutsch: Townhouses) entlang der Straßenbahntrasse. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich Dresden weiter entwickeln wird.

... link (0 Kommentare)   ... comment