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Samstag, 6. März 2010
Ein sommergünes Viereck auf dem flächig weißen Märzboden....
frank_lupin, 15:33h
Ich bin bereit. Habe mir eine kurze Hose angezogen, ein T-shirt übergestreift, die Halbschuhe rausgekramt, mir eine Sonnenbrille geschnappt und auf die Nase transferiert, um mein Outfit abzurunden. Die erste Schicht Sonnenmilch zieht bereits in die Haut ein und soll mein Tattoo vor der UV-Strahlung bewahren, damit es auch morgen noch aussieht, wie kürzlich gestochen. Fast fertig! Noch schnell den Rucksack geschnappt, das unkaputtbare Ding, was für alles gerade stehen muss, sich für jeden Ausflug bereit halten muss, nie gepflegt wird und doch der beste Rucksack ist, den ich seit Langem besitze. Während ich vom Schreibtisch zur Wohnungstür gehe, schnappe ich mir mein Buch, meine Flasche Wasser, mein Handy, meine Schlüssel, eine Decke und verstaue alles in dem hoch geschätzten alten Vielfraß, der sich Rucksack nennt.
5 Minuten später sitze ich auf meinem Fahrrad, trampelnd, nach vorn schauend, meinen Weg suchend, obwohl ich ihn doch schon kenne. Bewege mich durch den Verkehr, schlängle mein Bike und mich um Fußgänger und Touristen in der Fußgängerzone herum, fahre kreuz und quer, fahre auch dort wo ich es nicht darf. Um mich rum wird es langsam stiller, ruhiger, einsam. Erst verschwinden die vielen Autos mit ihren teils genervten, teils unachtsamen Fahrern, weil sie nicht so recht vorankommen im Verkehr der Großstadt. Dann gibt es nur noch wenige, vereinzelte Fußgänger, die sich eher verlaufen haben, als dass sie bewusst hier hergekommen sind. Wahrscheinlich die letzten Überlebenden, welche sich vor den innerstädtischen Großfußtramplern - die ohne Rücksicht auf Andere ihr Territorium beschreiten - hierher gerettet haben, als sie in alle Richtungen verstreut vor ihnen geflohen sind. Touristen habe ich jetzt eine Weile nicht mehr gesehen, weil sie außerhalb der Ballungszentren oft nicht überlebungsfähig sind. Ich bin also allein, fast allein.
Keine 10 Minuten später ist es völlig still um mich herum geworden. Bin aus der Stadt hinaus gefahren, am Fluss entlang, welcher derzeit wieder viel Wasser führt, da die Schneeschmelze eingesetzt hat. Mein Ziel sehe ich bereits. Als ich es erreiche, packe und breite ich die Decke aus, hole mein Wasser und das Buch raus und lege sie auf die Decke, in die obere rechte Ecke. Streife mein Shirt ab, ziehe meine, noch gar nicht mal so alten, Schuhe aus. Stelle die Schuhe an das untere Ende, lege das Shirt ans entgegengesetzte. Ich mache alles ohne Hektik, ohne Stress, ohne beobachtet zu werden. Es ist herrlich, die Sonnenstrahlen auf dem Körper zu spüren, zu erfühlen wie sie über ihn drüber wandern. Das lässt mich ein kurzes Zwiegespäch mit Klärchen führen, indem wir über ihre heutigen Sonnenstunden und meinen wunderbaren Ort reden. Um sie noch etwas mehr anzuspornen, rufe ich ihr zum Schluss zu: "Sonne, mach mich Neger, Danke!"
Nach ein paar Stunden des Sonnenbades verabschiede ich mich von ihr. Habe bereits gepackt und sitzte auf meinem Rad, als ich zu ihr meine, dass wir uns bestimmt bald wieder sehen werden. Nun trampele ich los in Richtung zu Hause und hinterlasse ein sommergünes Viereck auf dem flächig weißen Märzboden....
5 Minuten später sitze ich auf meinem Fahrrad, trampelnd, nach vorn schauend, meinen Weg suchend, obwohl ich ihn doch schon kenne. Bewege mich durch den Verkehr, schlängle mein Bike und mich um Fußgänger und Touristen in der Fußgängerzone herum, fahre kreuz und quer, fahre auch dort wo ich es nicht darf. Um mich rum wird es langsam stiller, ruhiger, einsam. Erst verschwinden die vielen Autos mit ihren teils genervten, teils unachtsamen Fahrern, weil sie nicht so recht vorankommen im Verkehr der Großstadt. Dann gibt es nur noch wenige, vereinzelte Fußgänger, die sich eher verlaufen haben, als dass sie bewusst hier hergekommen sind. Wahrscheinlich die letzten Überlebenden, welche sich vor den innerstädtischen Großfußtramplern - die ohne Rücksicht auf Andere ihr Territorium beschreiten - hierher gerettet haben, als sie in alle Richtungen verstreut vor ihnen geflohen sind. Touristen habe ich jetzt eine Weile nicht mehr gesehen, weil sie außerhalb der Ballungszentren oft nicht überlebungsfähig sind. Ich bin also allein, fast allein.
Keine 10 Minuten später ist es völlig still um mich herum geworden. Bin aus der Stadt hinaus gefahren, am Fluss entlang, welcher derzeit wieder viel Wasser führt, da die Schneeschmelze eingesetzt hat. Mein Ziel sehe ich bereits. Als ich es erreiche, packe und breite ich die Decke aus, hole mein Wasser und das Buch raus und lege sie auf die Decke, in die obere rechte Ecke. Streife mein Shirt ab, ziehe meine, noch gar nicht mal so alten, Schuhe aus. Stelle die Schuhe an das untere Ende, lege das Shirt ans entgegengesetzte. Ich mache alles ohne Hektik, ohne Stress, ohne beobachtet zu werden. Es ist herrlich, die Sonnenstrahlen auf dem Körper zu spüren, zu erfühlen wie sie über ihn drüber wandern. Das lässt mich ein kurzes Zwiegespäch mit Klärchen führen, indem wir über ihre heutigen Sonnenstunden und meinen wunderbaren Ort reden. Um sie noch etwas mehr anzuspornen, rufe ich ihr zum Schluss zu: "Sonne, mach mich Neger, Danke!"
Nach ein paar Stunden des Sonnenbades verabschiede ich mich von ihr. Habe bereits gepackt und sitzte auf meinem Rad, als ich zu ihr meine, dass wir uns bestimmt bald wieder sehen werden. Nun trampele ich los in Richtung zu Hause und hinterlasse ein sommergünes Viereck auf dem flächig weißen Märzboden....
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Dienstag, 2. März 2010
Heute mal experimentel...
frank_lupin, 22:09h
... weil ich dazu eure Hilfe bräuchte. Die Gedanken und ich haben uns gedacht, wir fragen euch nach 5 - 10 Bildern und schreiben daraus eine Geschichte. Vielleicht kommt ja etwas Gutes dabei raus.
Wie? Ganz einfach. Ihr Schreibt mir einfach den Link eines Bildes als Komentar. Sind 5-10 zusammen, werden wir daraus eine Geschichte formen.
Wie? Ganz einfach. Ihr Schreibt mir einfach den Link eines Bildes als Komentar. Sind 5-10 zusammen, werden wir daraus eine Geschichte formen.
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Montag, 1. März 2010
Noch einmal die grün-weiße Sonnenbrille
frank_lupin, 14:48h
Zurück in den eigenen vier Wänden, versuchen wir wieder den Weg in den Alltag zu finden. Sie hatten uns mit kühler Hand, dem Verdursten nahen Pflanzen, einer schier wahnsinnig hungrigen Waschmaschine und einem sehr spärlich gefüllten Kühlschrank willkommen geheißen. Nun, ein paar Stunden später flüstern die Pflanzen, da sie nicht aufdringlich erscheinen wollen, dass sie gerne etwas Wasser trinken würden oder in einen stillen Protest übergehen würden. Ich schaue mich um, entdecke die an der üblichen Position stehende, kleine und klitzekleine Gießkanne, nehme sie auf und gehe eine Runde Wasser spenden.
Die Waschmaschine hatte bereits ein reichliches Mahl - Hosen, Pullover, T-shirts, Unterwäsche - genossen und ist einstweilen nicht mehr quengelich. Die kühle Hand wurde in unsere Hände gelegt und gewärmt, geliebt, dass sie bereits wenig später, erst vereinzelt in kleinen Äderchen, dann flächig in der ganzen Hand, warm und kuschelig wurde. Der Kühlschrank würde gerne mehr Lebensmittel in sich beherbergen und so kleben wir ihm den Einkaufzettel an die Stirn, auf dass er sich versichern kann, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es der Fall ist.
Ich setzte noch einmal die grün-weiße Sonnenbrille auf, die in der letzen Woche einen erwartungsgemäß guten Job gemacht hat. Will mich noch mal an alle Einzelheiten der vergangenen Tage erinnern, kann aber nicht mehr alles durch die Sonnenbrille sehen. Ich ziehe die vielen, wundervollen Bilder zur Beihilfe hinzu und es gelingt mir, schließlich doch einen Blick zurück zu werfen.
Unfassbar, traumhaft und unreal erscheinen sie mir.
Schweren Herzens lege ich langsam alles bei Seite, will den Blick nach vorne richten, auf die neuen Dinge die wieder kommen werden. Doch es fällt mir alles andere als leicht - in keiner Weise. Verliere mich im Blick nach vorn oder ist es doch der Blick zurück? Ich hänge irgendwo im Nirgendwo, komme nicht raus - vielleicht will ich es auch nicht.

Die Waschmaschine hatte bereits ein reichliches Mahl - Hosen, Pullover, T-shirts, Unterwäsche - genossen und ist einstweilen nicht mehr quengelich. Die kühle Hand wurde in unsere Hände gelegt und gewärmt, geliebt, dass sie bereits wenig später, erst vereinzelt in kleinen Äderchen, dann flächig in der ganzen Hand, warm und kuschelig wurde. Der Kühlschrank würde gerne mehr Lebensmittel in sich beherbergen und so kleben wir ihm den Einkaufzettel an die Stirn, auf dass er sich versichern kann, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es der Fall ist.
Ich setzte noch einmal die grün-weiße Sonnenbrille auf, die in der letzen Woche einen erwartungsgemäß guten Job gemacht hat. Will mich noch mal an alle Einzelheiten der vergangenen Tage erinnern, kann aber nicht mehr alles durch die Sonnenbrille sehen. Ich ziehe die vielen, wundervollen Bilder zur Beihilfe hinzu und es gelingt mir, schließlich doch einen Blick zurück zu werfen.
Unfassbar, traumhaft und unreal erscheinen sie mir.
Schweren Herzens lege ich langsam alles bei Seite, will den Blick nach vorne richten, auf die neuen Dinge die wieder kommen werden. Doch es fällt mir alles andere als leicht - in keiner Weise. Verliere mich im Blick nach vorn oder ist es doch der Blick zurück? Ich hänge irgendwo im Nirgendwo, komme nicht raus - vielleicht will ich es auch nicht.

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