Samstag, 17. April 2010
Schwarz auf Weiß
Der Bleistift liegt in der Hand und durch die Bewegungen eben dieser entstehen die verschiedensten Linien. Sie zeichnen sich auf der ausgebreiteten Skizzenrolle ab und nach und nach entsteht daraus ein Bild, ein Grundriss. Ist es der Grundriss, den ich so lange gesucht habe? Wird er den Anforderungen gerecht werden?
Es plagt die Ungewissheit, solange ich darauf keine Antwort erhalte. Die Antwort aber lässt noch etwas auf sich warten. Sie versteckt sich zwischen und hinter vielen anderen Ideen, die nach vorn drängen, um endlich verewigt zu werden.

Ich lasse den Grundriss kurz Grundriss sein. Schlage ein anderes Format für Skizzen auf und wechsle in einen völlig anderen Bereich. Der Bleistift wird frisch angespitzt und geschärft in die andere Hand - die Schreibende - gelegt. Die rechte Hand greift unbestimmt auf dem Schreibtisch herum, wühlt, sucht, findet schließlich das Gesuchte und führt die wiedergefundene Sonnenbrille an ihren Bestimmungsort. Die Musik im Hintergrund verändert sich, denn plötzlich nimmt sie nicht mehr den ganzen Raum ein, in dem ich mich befinde, sondern legt sich allein um meine Ohren.

Ich schreibe, schreibe mit Schwarz auf den leeren weißen Seiten. Die ersten Zeilen sind noch schwierig, da sich der Bleistift umstellen und der Kopf einstellen muss, doch dann gleitet es dahin. Es entwickelt sich eine kleine Geschichte:

Paul steht auf dem Fensterbrett. Er genießt jeden Tag die kräftestrahlende Sonne, die ihn Stück für Stück größer werden lässt. War er vor ein paar Wochen noch klein und unscheinbar, nimmt er nun die halbe Fensterbank ein. Er drückt und schiebt und erobert sich immer mehr Platz. Täglich wächst er, täglich trinkt er, täglich säubert und produziert er. Eines Tages macht ein Vogel Station vor seinem Fenster. Als dieser nach einem langen, ausgedehnten Sonnenbad davon fliegt ist er auf ihn neidisch. Die Welt von oben sehen, das würde auch Paul gerne einmal können...
- der Bleistifft will nicht mehr, meint, eine Pause machen zu wollen und ich gebe ihm nach.

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Samstag, 10. April 2010
Etwas wird irgendwann anders.
Ich: "Hast du gehört, es soll sich etwas ändern."
Gedanke: "Nein, das habe ich noch nicht gehört. Was soll sich denn ändern?"
Ich: "Etwas wird sich ändern."
Gedanke: "Und was genau ist etwas?"
Ich: "Etwas eben. Ich kann es dir nicht genau beschreiben. Habe nur in den Nachrichten aufgeschnappt das sich ETWAS ändern soll."
Gedanke: "Und da gab es keine genaueren Angaben zu? Keine weiterreichenden Informationen, keine Namen, rein gar nichts?"
Ich: "Hmm, da war was. Aber ich will nicht darauf kommen. Es hatte irgendwas mit Politik zu tun, glaube ich, oder war es doch Wirschaft?"
Gedanke: "Politik und Wirtschaft sind eng umschlungen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele Politiker nur bezahlte Wirtschaftler sind. Mag provokant sein, doch es entspricht der Realität, dass viele Politiker eine bezahlte Meinung haben. Die Wirtschafts-Lobby ist stark und mächtig. Sie überlebt viele Amtsphasen und ist noch da, wenn bereits die nächste Generation am Machen ist."
Ich: "Ich glaube jetzt weiß ich es. Auto. Irgenwas mit Auto hatte es zu tun..."
Gedanke: "Dann meinst du wohl die "Straßennutzungs-Gebühren", die auch in Deutschland bald eingeführt werden soll."
Ich: "Ja, genau. Das war es, was ich meinte."
Gedanke: "Das ist im Grunde nur eine Verlagerung der Einahmen, die ohnehin schon existieren. Aber natürlich mit mehr Bürokratie, damit die Beamten wieder etwas zu tun haben."
Ich: "Ich hatte im Nachhinein noch etwas mehr darüber gelesen und war erstaunt, um nicht zu sagen genervt."


"(...) Der Staat verbuche jedes Jahr über 50 Milliarden Euro Einnahmen aus Kfz-Steuer, Mineralölsteuer und Lkw-Maut. Bund, Länder und Kommunen zusammen investierten aber weniger als ein Drittel dieser Summe in das Fernstraßennetz. Nach einer ADAC-Studie bezahlen die deutschen Autofahrer über Steuern und Abgaben mehr als das Vierfache dessen, was dem Staat an Kosten durch Bau und Unterhalt der Autobahnen entsteht. (...)"

Macht demnach 50 Millarden Einnahmen und ca. 17 Millarden Ausgaben. Also nur eine lächerliche Differenz von 33 Millarden. Wozu diese mit investieren und zusätzlich vielleicht mal Steuern senken, statt die Einnahmen nur wieder umzulagern und am Ende nicht wirklich mehr zu haben. Bringt doch keinen Nutzen, wenn es nicht dahin fliesst, wo es eigentlich hin soll.

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Mittwoch, 7. April 2010
Biertrinker - Weißt du, warum wir damit werben?
Wenn man einmal alle in Deutschland produzierten Biersorten trinken möchte, würde dies ca. 6 Jahre dauern - jeden Tag ein anderes Bier. Das berücksichtigt allerdings nur den Fall, dass in dieser Zeit kein "neues Bier" in Deutschland auf den Markt kommt.
Man kann also sagen, dass es in Deutschland eine reichhaltige Bierkultur gibt, die in den meisten Regionen auch offen gelebt wird. Neben vielen kleinen Brauereien gibt es natürlich auch den ein oder anderen "dicken Fisch". Einige Brauereien haben eine lange Firmen-Geschichte hinter sich gebracht, auf die man zurecht stolz sein kann. Andere Brauereien sind nur kurzlebig.

Die sogenannten dicken Fische können ihr Kapital auch in Werbekampanien stecken, um ihr Bier noch mehr in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Radeberger hat dies offensichtlich erfolgreich geschafft. Seit einiger Zeit ist der deutsche Bierhersteller in der amerikanischen Fernsehserie "Two and a half men" vertreten.

Nachdem ich mir die Werbung oft zweifelnd angesehen habe, hat nun meine Neugierde gesiegt. Ich habe die Radeberger-Website einmal besucht und versucht, zu erfahren, warum Radeberger mit kulturellen Einrichtungen Dresdens und nicht mit einem Platz in Radeberg Werbung macht. Man erfährt, dass es der "(...) hohe Eigenanspruch an Qualität und Wertigkeit (...)" ist, der beide Häuser verbindet und man wohl daher mit der weitaus bekannteren Dresdner Semperoper (der Kunstakademie, sowie dem gesamten "Altstadtblick") Werbung betreibt als mit dem eigenen radebergischen Standort.

Ich frage mich, ob es nicht ein paar Touristen oder Reisende gibt, die an der Semperoper fragen, ob sie hier nicht in der Radeberger-Brauerei seien. Denn eines weiß ich: nicht jeder wird die Semperoper, als DIE berühmte Dresdner Semperoper, sondern als die Radeberger-Brauerei erkennen.


Vielleicht gibt es ja nach 135 Jahren Traditionsgeschichte auch irgendwann wieder einen Werbespot, der mehr mit Radeberg - dem eigentlichen Standort der Brauerei - als mit Dresden zu tun hat. Mich würde es jedenfalls freuen.

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