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Montag, 3. Mai 2010
Im Staatsdienst die Identität verloren?
frank_lupin, 00:32h
Auch in diesem Jahr wurde der 1. Mai zu zahlreichen Demonstrationen und entsprechenden Gegendemonstrationen genutzt. Immer mehr gehen auf die Straße, um ihren Protest kundzutun. Demonstrationen gegen Castortransporte, Rechtsextremismus, und vielem mehr, zeigen uns die vielen "Feindbilder", die heute existieren.
Ich finde es wichtig und richtig, dass, wie bereits seit Jahren, weiterhin gegen Rechtsextremismus und Castortransporte demonstiert wird. Mich selbst bezeichne ich nicht gerade als politisch engagiert, aber ich befürworte die zahlreichen Gegenaktionen, welche nicht mehr nur mit Hilfe von und durch Gewalt agieren.
Bei angemeldeten Rechts-Demos gibt es des öfteren Gegendemonstrationen, die durch das Recht auf freie Meinungsäußerung erlaubt sind, jedoch die eigentlich geplante Demonstration nicht behindern dürfen. Viele Mitbürger entschließen sich jedoch - der möglichen Strafe bewusst - dazu, die Demonstration aufzuhalten und versuchen dies durch den weitgehend friedlichen Weg der Sitzblockade.
Hätten wir diese Menschen nicht in unserer Mitte, könnten Rechtsextreme ungestört durch unsere Straßen ziehen und ihre Reihen erweitern.
Wolfgang Thierse hatte sich, neben vielen anderen Bürgern und Politikern, dieses Jahr auch zu eben dieser Möglichkeit entschlossen. Nun drohen ihm die Strafen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,692543,00.html
Sein Verhalten als "Vertreter von Verfassungsorganen" sei "würdelos" und "unverantwortlich". Verlieren unsere Politiker durch die Ausübung ihres Amtes das Recht auf solch eine Art Meinungsfreiheit?
Ich finde es wichtig und richtig, dass, wie bereits seit Jahren, weiterhin gegen Rechtsextremismus und Castortransporte demonstiert wird. Mich selbst bezeichne ich nicht gerade als politisch engagiert, aber ich befürworte die zahlreichen Gegenaktionen, welche nicht mehr nur mit Hilfe von und durch Gewalt agieren.
Bei angemeldeten Rechts-Demos gibt es des öfteren Gegendemonstrationen, die durch das Recht auf freie Meinungsäußerung erlaubt sind, jedoch die eigentlich geplante Demonstration nicht behindern dürfen. Viele Mitbürger entschließen sich jedoch - der möglichen Strafe bewusst - dazu, die Demonstration aufzuhalten und versuchen dies durch den weitgehend friedlichen Weg der Sitzblockade.
Hätten wir diese Menschen nicht in unserer Mitte, könnten Rechtsextreme ungestört durch unsere Straßen ziehen und ihre Reihen erweitern.
Wolfgang Thierse hatte sich, neben vielen anderen Bürgern und Politikern, dieses Jahr auch zu eben dieser Möglichkeit entschlossen. Nun drohen ihm die Strafen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,692543,00.html
Sein Verhalten als "Vertreter von Verfassungsorganen" sei "würdelos" und "unverantwortlich". Verlieren unsere Politiker durch die Ausübung ihres Amtes das Recht auf solch eine Art Meinungsfreiheit?
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Samstag, 1. Mai 2010
Ja, ich lese Günter Grass
frank_lupin, 22:12h
Die Schule mit Pflichtlektüre liegt bereits lange hinter mir. Ich war nicht immer glücklich mit den auferlegten Büchern, die es nicht nur zu lesen, sondern auch zu durchdringen galt. Vielleicht kam es daher, dass ich nach der Schule eine Zeit lang wenig gelesen habe, um nicht zu sagen gar nicht. Irgendwann hat die Welt des Schwarz-auf-Weiß wieder an meine Tür geklopft. Zunächst nur leise und unscheinbar, dann immer bestimmter. Ich ließ sie erst eine Weile klopfen, bevor ich sie herein gelassen habe. Immerhin waren es 27, rein schwarz gekleidete Buchstaben, die auf einer weißen Rolle, wie auf einer Perlenkette aufgereiht, hintereinander schritten, standen und warteten.
Sie haben mich dann in meiner Wohnung schlicht weg "vom Hocker gehauen". Allein die Kombinationsmöglichkeiten waren bereits erstaunlich. Als ich schließlich noch von den unterschiedlichsten Formen, wie Verben, Substantive, Suffixe, Fälle und vieles mehr gehört hatte, da sie mir - in voller Zahl erschienen - alles verbildlichten und sich zu immer neuen Gruppen zusammen schlossen, war es so weit, dass ich von meinem Stuhl fiel. Von diesem Ereignis beeindruckt, war bald das erste Buch wieder in meinen Händen.
Mir ist bisher nicht klar warum, aber ich entwickelte eine kleine Vorliebe für Günter Grass oder auch Edgar Hilsenrath.
Wenn mich heute Freunde oder Bekannte mit derartigen Büchern sehen, fragen sie schief schauend:
"Wie, du liest Günter Grass? Freiwillig??"
Da sich diese Fragerei häuft, sage ich es euch klipp und klar:
Ja, ich lese Günter Grass!
Sie haben mich dann in meiner Wohnung schlicht weg "vom Hocker gehauen". Allein die Kombinationsmöglichkeiten waren bereits erstaunlich. Als ich schließlich noch von den unterschiedlichsten Formen, wie Verben, Substantive, Suffixe, Fälle und vieles mehr gehört hatte, da sie mir - in voller Zahl erschienen - alles verbildlichten und sich zu immer neuen Gruppen zusammen schlossen, war es so weit, dass ich von meinem Stuhl fiel. Von diesem Ereignis beeindruckt, war bald das erste Buch wieder in meinen Händen.
Mir ist bisher nicht klar warum, aber ich entwickelte eine kleine Vorliebe für Günter Grass oder auch Edgar Hilsenrath.
Wenn mich heute Freunde oder Bekannte mit derartigen Büchern sehen, fragen sie schief schauend:
"Wie, du liest Günter Grass? Freiwillig??"
Da sich diese Fragerei häuft, sage ich es euch klipp und klar:
Ja, ich lese Günter Grass!
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Mittwoch, 21. April 2010
Als Zombie unterwegs - unbezahlte Praktika
frank_lupin, 02:35h
Den Abschluss so gut wie in der Tasche, da nur noch eine Note fehlt, begibt man sich auf die Suche nach einem Praktikum, um in das Berufsleben einsteigen zu können. "Aller Anfang ist schwer." ABER HALLO kann ich nur sagen.
Beispiel:
40 Stunden-Woche; Teilnahme an Veranstaltungen (wochentags nach der Arbeitszeit, als auch an Wochenenden, und auch außerhalb der Stadt); bei letzterem bekäme man seine Reisekosten zurück.
Bezahlung? Na klar, der feuchte Händedruck am Morgen.
Man schuftet sich dann als Vollzeitkraft (+ mehr) die Hacken wund und bekommt nichts - nicht mal eine Aufwandsentschädigung.
Soll ich als Zombie durch die Gegend laufen? Denn ohne Geld in den Taschen kann ich auch nichts erwerben. Und da es immer eine knüppeldicke Woche wird, gibt es auch keine Zeit einen Nebenjob mit kleinem Einkommen zu betreiben.
Ehrlich mal, sowas kann sich doch heute kein Mensch mehr leisten. Ich finde das über alle Maßen ausbeuterisch und scheue nicht den waaghalsigen Vergleich der Sklaverei. Dass sich anerkannte Unternehmen und staatliche Einrichtungen so etwas erlauben können und immer wieder machen, finde ich wirklich untragbar. Mal sehen, wie es weiter geht. Vielleicht muss man doch den Pfad des Zombies beschreiten.
Beispiel:
40 Stunden-Woche; Teilnahme an Veranstaltungen (wochentags nach der Arbeitszeit, als auch an Wochenenden, und auch außerhalb der Stadt); bei letzterem bekäme man seine Reisekosten zurück.
Bezahlung? Na klar, der feuchte Händedruck am Morgen.
Man schuftet sich dann als Vollzeitkraft (+ mehr) die Hacken wund und bekommt nichts - nicht mal eine Aufwandsentschädigung.
Soll ich als Zombie durch die Gegend laufen? Denn ohne Geld in den Taschen kann ich auch nichts erwerben. Und da es immer eine knüppeldicke Woche wird, gibt es auch keine Zeit einen Nebenjob mit kleinem Einkommen zu betreiben.
Ehrlich mal, sowas kann sich doch heute kein Mensch mehr leisten. Ich finde das über alle Maßen ausbeuterisch und scheue nicht den waaghalsigen Vergleich der Sklaverei. Dass sich anerkannte Unternehmen und staatliche Einrichtungen so etwas erlauben können und immer wieder machen, finde ich wirklich untragbar. Mal sehen, wie es weiter geht. Vielleicht muss man doch den Pfad des Zombies beschreiten.
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